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Fachbereich Kieferorthopädie

Stehen die Zähne schief, ist nicht nur die Schönheit des Gebisses beeinträchtigt. Die meisten Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer schädigen den Kauapparat nachhaltig und müssen daher korrigiert werden. Dabei setzt das Alter keine Grenzen.

O. Univ. Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon, Leiter des Fachbereichs Kieferorthopädie
O. Univ. Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon
Leiter des Fachbereichs Kieferorthopädie

Der Fachbereich Kieferorthopädie ist auf die Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen auf universitärem Niveau spezialisiert. PatientInnen informieren wir nach entsprechender Diagnose in einem ersten Beratungsgespräch über Notwendigkeit einer Zahnregulierung. Entschließt sich die Patientin / der Patient für eine Behandlung, folgt ein Aufnahmetermin, an dem die klinische Befunderhebung für die darauf folgende kieferorthopädische Behandlungsplanung durchgeführt wird. Im Fachbereich Kieferorthopädie bieten wir dazu modernste Bracketsysteme an, zu denen auch selbstlegierende Brackets zählen. Da eine möglichst „biologische“ Zahnbewegung angestrebt wird, wenden wir Techniken, bei denen geringe Kräfte wirken, bevorzugt an. Sind auf Grund ästhetischer Bedürfnissen der Patientin / des Patienten Metallbrackets nicht erwünscht, können wir auch zahnfarbene Keramikbrackets, Lingualbrackets oder Aligner (transparente Schienen) einsetzen. Komplexe Behandlungen, die mit einer Zahnregulierung alleine nicht gelöst werden können, werden in Zusammenarbeit mit SpezialistInnen in Parodontologie, Prothetik, Gnathologie, oraler Chirugie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie koordiniert.

O. Univ. Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon

O. Univ. Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon

Leiter des Fachbereichs Kieferorthopädie

Ao.Univ. Prof. Dr. Ales Celar

Ao.Univ. Prof. Dr. Ales Celar

Stellvertretender Leiter des Fachbereichs Kieferorthopädie


Leistungsspektrum

Durch die Anbindung an die universitäre Forschung ist der Fachbereich Kieferortopädie stets auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Bei den kieferorthopädischen Behandlungen kommt das unmittelbar den PatientInnen zugute.

Rund 40 % aller Kinder und Jugendlicher weisen eine Zahnfehlstellung auf, die oft unerkannt bleibt. Daher empfiehlt es sich, in drei Zeitabschnitten eine Untersuchung beim Kieferorthopäden durchführen zu lassen: Die erste sollte im 4. Lebensjahr (Milchgebiss) erfolgen, die zweite im 8. Lebensjahr (frühes Wechselgebiss) und die dritte ab dem 12. Lebensjahr (spätes Wechselgebiss) erfolgen. Die rechtzeitige Behandlung gewisser Zahnfehlstellungen reduziert die Behandlungszeit und sichert ein stabiles Ergebnis.

Kiefer- und Zahnfehlstellungen können im Kindes- und Jugendalter zum Teil mit Hilfe von sogenannten abnehmbaren Zahnregulierungen korrigiert werden. Nach abgeschlossenem Zahnwechsel empfehlen wir in den allermeisten Fällen jedoch eine festsitzende Zahnspange.

Die folgenden Bilder zeigen ausgewählte Fehlstellungen, bei denen unter Umständen kieferorthopädischer Behandlungsbedarf besteht. In einer kostenlosen Erstberatung informieren wir Sie gerne über Behandlungsmöglichkeiten und Kosten.

Eine kieferorthopädische Behandlung ist in jedem Alter möglich. Im Fachbereich Kieferorthopädie führen wir die Behandlung von erwachsenen PatientInnen mit viel Erfahrung und großem Fachwissen durch. 

Gerade bei dieser PatientInnengruppe spielt die „Sichtbarkeit“ der Zahnspange eine besondere Rolle. Diese Problemstellung kann man mittels einer Lingualbehandlung, die oftmals auch als „unsichtbare“ Zahnspange bezeichnet wird, lösen.

Mit einem selbstlegierenden Bracketsystem in Kombination mit speziellen, hochelastischen Drahtmaterialien kann ein Zahn-Engstand behoben werden. Bei selbstlegierenden Brackets wird der Bogen mit einem Schiebe- oder Kippmechanismus im Bracket gehalten. 

Zahnfarbene Keramikbrackets haben eine hochpolierte Oberfläche, die weder Farbstoffe aus Nahrungsmitteln noch aus Getränken aufnimmt. Das macht keramische Brackets für viele PatientInnen zu einer ästhetischen Alternative zu Metallbrackets.

Für PatientInnen, die eine unauffällige Korrektur ihrer Zähne wünschen, stellt eine linguale Zahnspange die ideale Behandlungsmethode dar. Bei der Lingualbehandlung werden individualisierte Brackets auf der Zahninnenseite befestigt. Speziell geformte Drahtbögen verbinden die einzelnen Zähne miteinander. Von außen ist die Zahnspange nicht sichtbar.

Grundsätzlich eignet sich eine Lingualbehandlung für alle Altersgruppen und kann für die Korrektur fast aller Arten von Zahnfehlstellungen eingesetzt werden.

Beinahe unsichtbar können bestimmte Zahnfehlstellungen bei Jugendlichen und Erwachsenen mit der sogenannten Alignertherapie korrigiert werden. Dabei behandeln wir die Zahnfehlstellungen mit transparenten Schienen (Aligner). Die PatientInnen tragen die Aligner 22 Stunden pro Tag und entfernen sie nur zum Essen und Zähneputzen. 

An der Universitätszahnklinik Wien machen wir die Abformung und die Planung mit einem digitalen Verfahren. Nach einem Intraoralscan und der 3D-Planung werden die individuell gefertigten Aligner in regelmäßigen Abständen gewechselt.

Bei skelettalen Verankerungen (Mini Anker Schraube) wird eine skelettale, kieferorthopädische Verankerungseinheit (bone anchore) eingesetzt. Die skelettale Verankerung ist eine vorübergehende Versorgung, die unter Lokalanästhesie im Gebiss angebracht wird. 

Die Kieferorthopädin / der Kieferorthopäde setzt skelettale Verankerungen ein, um bestimmte, unerwünschte Kräfte während der Behandlung direkt auf diese Verankerungseinheit zu leiten. Nach erfolgter Behandlung wird diese Einheit wieder entfernt.

Bei ausgeprägten Fehlstellungen eines oder beider Kiefer kann eine Operation für die kieferorthopädische Behandlung nötig sein. Nachdem die beiden Zahnbögen ausgeformt worden sind, werden in einem operativen Schritt ein Kiefer oder beide Kiefer in die optimale Position korrigiert. Im Anschluss erfolgt dann die Feineinstellung der Bisssituation mit einer Zahnregulierung.

Bei der Multiloop- oder MEAW-Technik (Multi-Edge-Arch-Wire = Bogen mit vielen Schlaufen) werden Schlaufen durch Brackets gezogen. Durch die einzelnen Schlaufen kann jeder einzelne Zahn in jede Raumrichtung bewegt werden. Diese Bögen sind bei richtiger Aktivierung in Kombination mit elastischen Gummiringen, die zwischen Ober- und Unterkiefer eingehängt werden, außerordentlich wirksame Werkzeuge zur Korrektur von Fehlstellungen.

Der Fachbereich Kieferorthopädie ist in den Betrieb der Universitätszahnklinik und der Medizinischen Universität Wien gut integriert. Daher können wir im Zusammenspiel mit anderen zahnmedizinischen Fachbereichen und Spezialambulanzen selbst komplexe Problemstellungen bewältigen. Zu den Fachbereichen, die wir für schwierige Behandlungen hinzuziehen, zählen die Parodontologie, Prothetik, Gnathologie, orale Chirugie sowie die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Viele Sportarten bringen die Zähne in Gefahr: Besonders bei Ballsportarten wie American Football, Basketball, Hockey und Kampfsportarten, aber auch beim Turnen, Skifahren, Skateboarden und Rad fahren treffen Unfälle viel eher die Zähne als die Knochen. Dabei sind die vier Schneidezähne im Oberkiefer – gleichzeitig die sichtbarsten – besonders gefährdet. 

Das Risiko, eine Zahnverletzung zu erleiden, ist bei Kindern im Alter von sieben bis 13 Jahren am höchsten. Auch Menschen mit einem Rückbiss, bei dem die oberen Schneidezähne deutlich weiter vorne stehen als die unteren, und Personen mit festsitzenden Zahnspangen haben ein höheres Risiko.

Individuell angepasster Mundschutz absorbiert Schlag- und Sturzkraft

Mit einem Mundschutz kann man die Zähne wirksam vor Verletzungen schützen. Am besten ist ein individueller Mundschutz, der auch den höchsten Tragekomfort bietet. Zwar muss man mit höheren Kosten rechnen, jedoch verteilt sich die Schlag- oder Sturzkraft durch die perfekte Passform gleichmäßig. Die Wucht eines Stoßes wird so absorbiert. Auf Wunsch kann ein individueller Mundschutz in verschiedenen Farben, beispielsweise den Clubfarben, angefertigt werden. Nur der individuelle Mundschutz entspricht den Vorgaben der „American Dental Association“ (ADA).

Günstigere Alternativen sind ein fertiger Mundschutz („ein Modell für alle“) oder ein teilweise individualisierter Mundschutz („boil and bite“). Beide halten im Mund jedoch nur durch Zusammenbeißen der Zähne und können einzelne Zähne überbelasten. Durch die ungenaue Passform können diese Typen von Mundschutz zudem Druckstellen am Zahnfleisch erzeugen. Auch der Schutz ist weniger wirksam, weil das Material dünner ist und sich einwirkende Kräfte durch die ungenaue Passform weniger gut verteilen können.

Zwei Beispiele für individuellen Mundschutz: einmal aus transparentem Material, einmal als farbenfrohe Variante
Individueller Mundschutz kann aus transparentem Material (links) ebenso gefertigt werden wie in unterschiedlichen Farben (rechts)

Für die gründliche Reinigung der Zähne bei einer Prophylaxe-Behandlung werden die Brackets abgenommen und dann wieder aufgesetzt. Im Fachbereich Kieferorthopädie bieten wir daher auch Mundhygiene an. So können Sie die Prophylaxe gleich miterledigen, wenn Sie bei uns ihrer Zahnregulierung wegen einen Termin haben.


Wissenschaftliche Schwerpunkte

  • Technische Grundlagenuntersuchungen über Kräfte und Drehmomente unterschiedlicher Bögen und Loops
  • Ausmaß und Konstanz der Kraftabgabe unterschiedlicher Druck- und Zugelemente
  • Prüfung der Haftfähigkeit von Kunststoffklebern

Termin vereinbaren

Fachbereichsleiter: O. Univ. Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon
Stellvertretender Leiter: Ao.Univ. Prof. Dr. Ales Celar

+43 (0)1 40070-4320
Behandlungszeiten:
Mo - Do: 8 - 17 Uhr

Nach Terminvereinbarung:
Fr. 8 - 12 Uhr
Notambulanz mit Traumaversorgung:
Mo - So: 8 - 13 Uhr

Maria Strobl

Sekretariat

T: +43 (0)1 40070-4301
F: +43 (0)1 40070-4309
E: kfo-unizahnklinik@meduniwien.ac.at

Universitätszahnklinik Wien
Sensengasse 2a
1090 Wien

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