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Spezialambulanz Bulimie

PatientInnen mit der Diagnose Bulimie brauchen auch im zahnmedizinischen Bereich ÄrztInnen, die Erfahrung mit dieser Erkrankung haben. In der Spezialambulanz können Sie auf unser Fachwissen und Einfühlungsvermögen vertrauen.

DDr.in Polina Kotlarenko, Leiterin der Spezialambulanz Bulimie
DDr.in Polina Kotlarenko, Leiterin der Spezialambulanz Bulimie

Bulimia nervosa, auch Ess-Brechsucht genannt, kann neben psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen auch massive Zahnschäden und Schädigungen des Mund-Rachenraums verursachen. Charakteristisch sind vor allem säurebedingte Zahnsubstanzverluste, auch "Erosionen" genannt. Laut klinischen Untersuchungen treten Zahnerosionen durchschnittlich bei 5 – 15 % der Bevölkerung auf. Bei PatientInnen mit Bulimie steigt dieser Anteil auf bis zu 90 %. Bei den Betroffenen lassen sich Erosionen in unterschiedlichen Schweregraden und bleibende Folgeschäden in Funktion und Ästhetik nachweisen. Die Spezialambulanz Bulimie bietet in fachübergreifender Kooperation mit psychosozialen Behandlungseinrichtungen eine zahnmedizinische Anlaufstelle zur Verbesserung des Gesamtbehandlungsprogramms für Menschen mit Essstörungen.

DDr.in Polina Kotlarenko

DDr.in Polina Kotlarenko

Leiterin der Spezialambulanz Bulimie


Leistungsspektrum

Ein frühzeitiges Erkennen und gezielte therapeutische Maßnahmen können dazu beitragen, irreversible Schäden an der Zahnsubstanz und am Kauorgan zu vermeiden oder wenn diese bereits vorhanden sind, ein weiteres Fortschreiten möglichst zu verhindern. Wir möchten dabei mithelfen, Ihre Zahngesundheit zu bewahren.

Bei den meisten PatientInnen lassen sich Schäden der Zahnhartsubstanz (Schmelz oder Dentin) in unterschiedlichen Schweregraden nachweisen. Die Ausprägung der Zahnhartsubstanzschäden ist abhängig von Faktoren wie der Dauer der Erkrankung, Häufigkeit des Erbrechens, Speichelpufferkapazität, Speichelfließrate und einigen anderen Parametern. Zusaätzlich wirkt sich falsch verstandenes Mundhygieneverhalten wie beispielsweise Zähneputzen unmittelbar nach dem Erbrechen ungünstig aus.

In der Spezialambulanz nehmen wir uns unserer PatientInnen individuell an, berücksichtigen sämtliche fallspezifische Faktoren und passen unsere Beratung ganz persönlich an.

Durch das oftmalige selbstinduzierte Erbrechen kommt es zu Magensäurekontakt mit der Mundhöhle. Vor allem die Zahnhartsubstanz kann durch diese direkte Säureeinwirkung irreversibel zerstört werden. Es entstehen sogenannte Erosionen. Dabei kommt es, anfangs meist schmerzlos, zu einem Verlust von Zahnschmelz und im weiteren Verlauf zur Freilegung des darunter liegenden Dentins. Dadurch kann es zu einer erhöhten Empfindlichkeit der Zähne auf Temperaturänderungen und zu Schmerzen beim Genuss von süßen oder sauren Lebensmitteln kommen. Bei weiterem Fortschreiten können muldenförmige Defekte der Zahnsubstanz auftreten, die sich sogar bis zur Eröffnung der Pulpa ausweiten und eine Wurzelkanalbehandlung notwendig machen können.

ZahnärztInnen sind häufig die ersten, die Anzeichen von Bulimie bei PatientInnen bemerken, da man im Kauorgan das charakteristische Bild der Zahnerosion erkennen kann. Dazu gehören:

  • Runde Zahnkonturen, die das scharfkantige, okklusale Relief eines gesunden Zahnes verloren haben
  • Statt einer Höckerspitze findet sich oftmals eine Mulde, ein „inverser“ Höcker
  • Die Schneidekanten der Frontzähne erscheinen ausgedünnt und „durchsichtig“ und können in einem fortgeschrittenen Stadium erhebliche Verkürzungen aufweisen.
  • Metallische Füllungen können das Zahnniveau überragen.
  • Sekundärer Tiefbiss
  • Besondere Empfindlichkeit der Zähne auf heiß, kalt, sauer, süß
  • Des Weiteren können sich auch Schwellungen der Speicheldrüsen, verminderter Speichelfluss, eingerissene Mundwinkel mit trockenen Lippen und Verletzungen am Gaumen und Rachen durch selbstinduziertes Erbrechen darstellen. 

In der Spezialambulanz Bulimie untersuchen wir PatientInnen mit viel Feingefühl und Verständnis für ihre Erkrankung. Je nach Gesundheitszustand der Zähne und des Mundraums wenden wir unterschiedliche diagnostische Methoden an.

Unser zahnmedizinisches Team unterstützt die Patientin mit Verhaltensempfehlungen für vorbeugende Maßnahmen. Besonders wichtig ist, folgendes zu beachten:

  • Kein Zähneputzen unmittelbar nach Erbrechen, stattdessen besser den Mund mit einer neutralisierenden Flüssigkeit, beispielsweise einer fluoridhaltigen Spüllösung, mit Wasser oder Milch ausspülen
  • Eine Zahnpaste mit geringem Abrasionswert verwenden
  • Verwendung einer „soft“- oder „extra soft“-Zahnbürste mit abgerundeten Borsten
  • Zahnbürste nur mit geringem Druck anwenden
  • Remineralisierung der Zähne mit Kalzium-, Phosphat-, Fluorid-Produkten und Anwendung von Produkten zur Herabsetzung der erhöhten Empfindlichkeit der Zähne

Demineralisierte Zähne können mit verschiedenen Produkten wie zum Beispiel Kalzium-, Phosphat-, Fluorid-Produkten bis zu einem gewissen Grad wieder remineralisiert und damit widerstandsfähiger gemacht werden.

Bei PatientInnen mit der Diagnose Bulimie ist eine allgemeinmedizinische und psychotherapeutische Betreuung dringend angeraten. Die Spezialambulanz Bulimie der Universitätszahnklinik Wien kooperiert eng mit anderen Fachdisziplinen, um die Betroffenen bestmöglich zu unterstützen.

Erfolgreiche Behandlung von Zahnschäden
Erfolgreiche Behandlung von Zahnschäden

Mit innovativen Verfahren können selbst stark beschädigte Zähne restauriert werden. Durch einen ästhetischen und funktionellen Probelauf stellen wir sicher, dass die PatientInnen die neue Versorgung gern annehmen und als angenehm und schön empfinden.


Termin vereinbaren

Leiterin: DDr. Polina Kotlarenko

+43 (0)1 40070-49350
Behandlungszeiten nach Terminvereinbarung:
Mo - Do: 8 - 16 Uhr
Notambulanz mit Traumaversorgung:
Mo - So: 8 - 13 Uhr

Kerstin Geister

Kerstin Geister

Zahnärztliche Ordinationshilfe

T: +43 (0)1 40070-49350
F: +43 (0)1 40070-2109

E: zahnerhaltung-unizahnklinik@meduniwien.ac.at

Universitätszahnklinik Wien
Sensengasse 2a
1090 Wien